Im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut wird es in diesem Jahr wahrscheinlich keinen Eiswein geben. Grund ist der zu trockene Sommer und der bisher zu warme Winter. Aber: Einige Winzer pokern wohl noch auf eine gute Kälte…

Eiswein braucht ein bestimmte Temperatur

Um Eiswein ernten zu können, sind Temperaturen von mindestens sieben Grad Minus nötig. Die gefrorenen Trauben werden dann in dem knapp 800 Hektar großen Anbaugebiet von Qualitätswein in Sachsen-Anhalt und Thüringen in der Regel in Handarbeit am Morgen gelesen. Dieser Aufwand an Personal und Zeit muss sich im Ertrag gegenrechnen und lohnen.

Schon bei der geringen Erntemenge im Herbst 2020 hätten sich die meisten Weinbauern an Saale und Unstrut, keine Trauben für Eiswein an den Stöcken hängen zu lassen. Nur einzelne wenige Betriebe haben wohl auf den Eiswein gehofft.

Das liegt auch daran, dass die Erntemenge in Sachsen-Anhalt und Thüringen generell zu gering war. Als Der langjährige Durchschnitt bei der Erntemenge an Wein im Anbaugebiet liegt bei 5,2 Millionen Liter im Jahr. Für den Jahrgang 2020 aber wurden weniger als 3 Millionen Liter Saale-Unstrut-Wein prognostiziert. Die Trockenheit der letzten Jahre sei ein Problem, sagte der Weinbaupräsident. Dies führte dazu, dass zu wenig Trauben für die Lese an den Rebstöcken gereift ist.

Zwar seien die Trauben durch die viele Sonne sehr prall gewesen, was gut für die Qualität sei. Doch braucht eine ergiebige Traube für einen guten Qualitätswein auch ausreichend Feuchtigkeit.

So schmeckt Eiswein

Wie Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen zählt auch Eiswein zu den edelsüßen Weinen. Eiswein schmeckt fruchtig süß. Er zeichnet sich durch eine hohe Restsüße, eine frische Säure sowie einen niedrigen Alkoholgehalt von rund sieben Volumenprozent aus.

Eiswein wird kühl genossen. „Die Trinktemperatur sollte aber nicht zu kühl sein. Ideal sind zehn bis zwölf Grad. „Ist der Wein zu kalt, kann sich zu wenig Aroma entfalten,” sagen Experten.

Die Geschichte des Eiswein

Dass Minusgrade bei der Weingewinnung hilfreich sein können, ist bereits seit den Anfängen des Weinbaus bekannt. Schon im Jahre 44 nach Christus berichtete der römische Schriftsteller Plinius von Weinen, die aus gefrorenen Trauben gekeltert wurden.

Hierzulande ist der Eiswein erstmals seit 1830 urkundlich nachweisbar, als Winzer im rheinhessischen Dromersheim bei Bingen am 11. Februar zufällig feststellten, dass aus gefrorenen Trauben ein wunderbar süßer Most gewonnen werden konnte. Mit einer Novellierung des deutschen Weingesetzes 1982 wurde der „Eiswein“ zu einer eigenständigen Prädikatsstufe erhoben.

Weinberge bei Bingen in Rheinland-Pfalz,Im Vordergrund der Rhein. Foto: Pixabay

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