Wir befinden uns 2021 n.Chr – 31 Jahre nach dem Ende der DDR. Die ganze Welt trinkt eine Cola? Die ganze Welt ? Nein! Ein von unbeugsamen Ostdeutschen bevölkerter Landstrich hört nicht auf, Vita-Cola zu trinken.

2020 schloss Vita-Cola mit einem Rekordumsatz ab

Es war eine Nachricht, die eine Branche und die Verbraucher zwischen Rügen und Erzgebirge elektrisierte: Die Deutschen tranken im vergangenen Jahr 90,5 Millionen Liter Cola, Limonaden und Energydrinks der Marke Vita-Cola. Damit hat die Thüringer Traditionsmarke Vita-Cola 2020 den bisher besten Absatz in ihrer Geschichte erzielt und stieg um 3, 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Obwohl die Gastronomie aufgrund des Lockdowns über viele Wochen geschlossen war.

Gut etabliert seien kleine Mehrwegflaschen aus Glas und zuckerfreie Getränke, so eine Sprecherin des Unternehmens, das in Schmalkalden, Thüringen, beheimatet ist.

Thüringen: Die einzige Region, wo Coca Cola nicht Marktführer ist

Auch in diesem Jahr liegt Vita-Cola beim Marktanteil in Ostdeutschland auf Rang zwei und ist in Thüringen sogar Marktführer, so die Unternehmenssprecherin weiter.

Damit ist Thüringen weltweit die einzige Region, wo die Kunden nicht Coca Cola bevorzugen, sondern das heimische Produkt Vita-Cola. Auch dürfte Ostdeutschland der einzige Landstrich sein, der nicht von den beiden amerikanischen Weltmarktführern Coca Cola aus Atlanta und Pepsi Cola aus Purchase beherrscht wird.

Nach der Wende musst Vita-Cola durch ein fünfjähriges Tal der Tränen gehen.

Patrick Ziob

Eine Erfolgsgeschichte, die nun fast 27 Jahre anhält und 1994 begann. Denn obwohl die Mark nach der Wende durch ein fünf Jahre anhaltendes Tal der Tränen gehen musste, war und ist Vita-Cola eines der bekanntesten und beliebtesten Ostprodukte. Obwohl 96 Prozent der Ostdeutschen die Marke kennen, wollten die Verbraucher nach dem politischen Umsturz 1989 erst einmal Westprodukte.

Die Geschichte von Vita-Cola

Die DDR-Zeit: 1958 bis 1989

Vita Cola wurde im Oktober 1958 beim DDR-Patentamt angemeldet. Zwei Jahre zuvor hatte die DDR-Regierung in ihrem zweiten 5-Jahresplan gefordert, die Versorgung der Bevölkerung mit alkoholfreien Getränken zu verbessern.

Daraufhin entwickelte die Chemische Fabrik Miltitz (bei Dresden) zunächst eine „Brauselimonade mit Frucht- und Kräutergeschmack”. Das zuständige Lebensmittellabor empfahl jedoch die Bezeichnung „Erfrischungsgetränk – coffeinhaltig – mit 50 mg Vitamin C”.

Ein kleiner Schluck für den Menschen, ein großer für die Menschheit

Sigmund-Jähn-Darsteller in dem Video „Vita-Cola – Auf Weltniveau mit Dr. Hans Zinn”

Als Vater von Vita Cola gilt Dr. Hans Zinn, der die Abteilung Essenzen der Chemischen Fabrik Miltitz leitete. Er kreierte den bis heute unveränderten und einzigartigen Geschmack des Getränkes durch die Kombination einer Vielzahl ätherischer Öle, Vanille, Kolanüssen, Koffein und Vitamin C.

Auch die Technische Hochschule Dresden war an der Entwicklung beteiligt: 1958 bat man sie um Hilfe, weil der Cola-Extrakt zu sehr schäumte und die Flaschen so nicht exakt befüllt werden konnten.

Witziges Video: Wie Vita-Cola 1974 das deutsch-deutsche Länderspiel beeinflusste

Absolut sehenswert: Drei Spots über den Erfinder von Vita-Cola entstanden als Semesterarbeit des Bereichs Werbung an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München. Drehbuch. Schnitt und Regie: Martin Nudow. Mit dem Dresdner Schauspieler Volker Michalowski

Bis heute ist der leichte Zitrusgeschmack ein traditionelles Charakteristikum der Cola-Marke, die einst in der DDR erfunden wurde. Im Oktober 1958 war es dann soweit: Die Landesbrauerei Leipzig – später „VEB Sachsenbräu” – begann die neue Cola abzufüllen und meldete die Marke im November 1958 beim Amt für Erfindungs- und Patentwesen der DDR an.

Die eingetragene Wortmarke trägt bis heute die Nummer DD624672. Als Name für das neue Getränk standen ursprünglich Vita Cola oder Citrus Cola zur Auswahl, aber man entschied sich schließlich für den auch heute noch bekannten Namen.

Schon wenige Jahre später beginnt der Boom von Vita-Cola in Ostdeutschland. Über 100 verschiedene Abfüller sorgten ab Anfang der 60er dafür, dass alle Arbeiter und Bauern erfrischt werden. Die Etiketten unterschieden sich, der Geschmack war aber überall gleich.

Die Mauer verschwand, Vita-Cola auch.

Patrick Ziob

Vita-Cola nach der Wende: 1989 bis heute

Mit der Mauer verschwand auch Vita Cola. Die zunächst übermächtigen Amerikaner Coca und Pepsi verdrängten das Ost-Produkt rasch aus den Regalen. Doch 1994 ging es wieder los. Thüringer Waldquell, 1991 gegründet, kaufte die Markenrechte und füllte Vita-Cola (zunächst nur) in Schmalkalden wieder ab. Im Original- Outfit schwamm man auf der entstehenden Ost-Retro-Welle.

Schnell wurde sie nicht nur in Thüringen, sondern auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt und seit 1996 im ganzen Osten angeboten. Ein Jahr später war man die Nummer 2 (hinter Coca Cola) in Ostdeutschland, 2000 folgte dann die Eroberung von Platz 1 in Thüringen.

2007 führte Thüringer Waldquell Vita-Cola zuckerfrei ein.

Bundesweit bekannt wurde Vita-Cola 2002 (bis 2004) als Trikotsponsor des damaligen Fußball-Bundesligisten Hansa Rostock.

Wer heute in ostdeutschen Supermärkten einkaufen geht, erkennt sehr schnell, wie sehr die Marke das Herz der Kunden erobert hat. Vita-Cola ist präsent – in den Regalen und in den Einkaufswagen.

Hier finden Sie alle Händler und den Online-Shop

Wo gibt es Vita-Cola zu kaufen? Diese Frage wird oft gestellt. Weil in Westdeutschland nicht jeder Supermarkt oder Getränkehändler die Cola aus Schmalkalden führt, hat Thüringer Waldquelle eine Händlersuche in das Netz gestellt: Einfach HIER klicken. Und HIER geht es zum Online-Shop, den der Ostkoster noch testen wird.

Das ist Vita-Cola – Zahlen und Fakten

Vita Cola ist eine Marke der Thüringer Waldquell Mineralbrunnen GmbH, die in Schmalkalden mehr als 160 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen gehört zur hessischen Hassia-Gruppe, die Vita Cola auch in Lichtenau in Sachsen sowie in Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern abfüllt.